Glossar


Abschied nehmen

Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch, in dem die Besattung an sich oder einzelne ihrer Teile als Verabschiedung bezeichnet werden können, gibt es auch die geprägte, rituelle Abschiednahme. Während der Aufbahrung oder nach dem Einsargen nahm man vom Verstorbenen feierlich Abschied.

Abschiedsritual

Mit Abschiedsritual sind in der Regel solche Rituale gemeint, die unmittelbar nach Eintritt des Todes vollzogen werden.

Abtrag

oder auch "einfacher Abtrag" nennt man im Branchenjargon der Bestatter die Bestattung ohne jede Feier oder Abschiednahme.

Akzeptanz

gilt sowohl im Prozess des Sterbens wie der Trauer gemäß den Stufenmodellen (u.a. von Elisabeth Kübler-Ross) als letzte Phase im Sinne einer Einwilligung.

Allerheiligen

Allerheiligen wird am 1. November gefeiert und zählt mit Allerseelen zu den wichtigsten kollektiven Totengedenktagen. Allerheiligen ist aus dem Gedenktag an alle Märtyrer entstanden und wurde von Papst Gregor IV. um 835 auf den 1. November festgelegt. Der besondere Gedenktag wurde noch lange in den reformatorischen Kirchen begangen, ehe er in evangelischen Gemeinden vollständig verschwand und durch den Totensonntag ersetzt wurde. Auch in der katholischen Bervölkerung ist der Märtyrergedenktag überwiegend zu einem allgemeinen Totengedenktag geworden. Gräbersegnung, Grabschmuck und Grabbesuch sind elementare Bestandteile dieses Tages. Ursprünglich gehörte auch noch die Totenspeise dazu. Der Allerheiligentag hat im Laufe der Zeit praktisch die Funktion des Allerseelentages übernommen.

Allerseelen

Der seit dem Mittelalter (11. Jahrhundert) am 2. November begangene, aber erst 1915 (Papst Benedikt XV.) als verbindlich für die ganze katholische Christenheit eingeführte Gedenktag für alle Verstorbenen hat seine Funktion fast ganz an den Allerheiligen-Tag abgetreten.

Almwiesenbestattung

zählt zu den Varianten der Naturbestattung und wird unter dem Produktnamen "Oase der Ewigkeit" im Schweizer Kanton Wallis angeboten.

Am-Urn-Let

ist die Markenbezeichnung für kleine Anhänger in Kreuz-, Herz- und anderer Form, in die kleine Mengen der Aschereste eines Verstorbenen gefüllt werden können.

Amtsarzt

Ein Arzt, der auf einer amtlichen Stelle der Gesundheitsbehörde tätig ist. Amtsärzte sind Fachärzte für das öffentliche Gesundheitswesen. Vor einer Feuerbestattung muss ein Amtsarzt die sog. zweite Leichenschau vornehmen, um eine evt. Fremdeinwirkung beim Todesfall auszuschließen.

Anonyme Bestattung

Als Fachausdruck bezeichnet die anonyme Bestattung eine Grabart des ausgehenden 20. Jahrhunderts mit stark zunehmender Tendenz, die auf die Kennzeichnung der Grabstätte und die Grabpflege verzichtet.

Anteilnahme

Herzliche Anteilnahme lautet eine standarisierte Formel des Beileides. Darüber hinaus bedeutet Anteilnahme jedoch das kollektive Teilhaben am Sterben eines Mitgliedes einer sozialen Gemeinschaft.

Antizipatorische Trauer

Bereits in Erwartung des Todes eines geliebten Menschen oder in der Vorausschau auf einen sonst zu erwartenden Verlust kann eine Trauer-Reaktion einsetzen. Diese nennt man dann vorweggenommene oder antizipatorische Trauer.

Ars moriendi

Als Ars moriedi oder Ars bene moriendi (Die Kunst gut zu sterben) bezeichnet man eine im Mittelalter entstandene Literaturgattung, die der Vorbereitung auf das Sterben dienen sollte. Sie schildert die potenziellen Anfechtungen in der Sterbestunde und gibt Anweisungen zum richtigen Verhalten. Statt sich an irdischen Besitz zu halten, soll der Sterbende der Gnade Christi vertrauen. Vermutlich war das Buch eher eine Hilfestellung für Priester bei der Betreuung von Sterbenden als für die meist des Lebens unkundigen Laien. Für die Hand der Laien waren bebilderte Ausgaben gedacht, die sog. "Bilder-Ars". In Bildpaaren werden jeweils falsches und richtiges Verhalten gegenüber gestellt. Neben dieser fachspezifischen Worterklärung meint ars moriendi in einem erweiterten Sinn generell die Vorbereitung auf das Sterben. Im Verständnis der Reformation war die Entscheidung für den Ausgang des Gerichtes jedoch weniger an die eigentliche Sterbestunde gebunden, sondern vielmehr Bilanz des ganzen Lebens, weshalb man auch von einer "ars vivendi (Kunst des Lebens)" spricht.

Asche

Asche bezeichnet nicht nur die tatsächlich sterblichen Überreste nach der Feuerbestattung (Kremation), sondern auch die nach dem Prozess der Verwesung übrig gebliebenen, gereinigten menschlichen Überreste.

Aschenkapsel

oder auch "amtliche Aschenkapsel" nennt man die von den Feuerbestattungsanlagen verwendete Urne aus verrottbarem Weißblech.

Aufbahrung

Das Ausstellen eines Verstorbenen in einem offenen oder geschlossenen Sarg. Die Aufbahrung kann in öffentlichen, privaten Aufbahrungsräumen eines Bestattungsunternehmens erfolgen, aber auch im Sterbehaus. Die Aufbahrung dient der Abschiednahme von dem Toten.

Aufbahrungsraum

Ein Ort der Abschiednahme von Verstorbenen, die in Bestattungsinstitute, öffentliche Leichenhallen, Krematorien oder Kapellen auf Friedhöfen bereit gehalten werden.

Aufhügelung

Der Begriff bezeichnet die Herstellung eines Grabhügels, insbesondere bezogen auf die erste Anlage eines Grabes.

Ausbildungszentrum des Deutschen Bestattungsgewerbes

siehe: www.bestatter.de

Aussegnung

Der Begriff wird bisweilen synonym zu Trauerfeier oder Trauergottesdienst verwendet, weshalb man auch von Aussegnungnungshalle analog zu Trauerhalle oder Friedhofskapelle spricht.

Autopsie

Aus dem Griechischen stammender medizinischer Fachausdruck für Leichenöffnung und gleichbedeutend mit Obduktion oder Nekropsie.

Bahre

Gegenüber der normalen Totentrage ist die Totentragbahre eine den praktischen Gegebenheiten angepasste Fortentwicklung. Beim Totentransport war an verschiedenen Stellen das Absetzen des Sarges bzw. der Trage vorgesehen. Dementsprechend besitzt die Tragbahre fest mit der Trage verbundene Standbeine, die das Absetzen erleichtern; außedem kommt dabei der Leichnahm (mit oder ohne Sarg) nicht auf der Erde, sondern etwas erhöht zum Stehen.

Balsamierung

Die Balsamierung verhindert oder verzögert den Verfall des menschlichen Körpers.

Baumbestattung

Immer wieder steht das Thema "alternative Bestattungsformen" in der öffentlichen Diskussion. Von besonderem Interesse sind hier die naturnahen Beisetzungsformen. Angebote wie Friedpark, Ruheforst, Seewald, oder Friedhain haben deutschlich zugenommen. Trotz unterschiedlicher Namensgebung verfahren alle Anbieter ähnlich dem Friedwaldkonzept.

Beerdigung

kann synonym sowohl für die Bestattung wie auch für die Beisetzung verwendet werden.

BEFA-Messe

Bestatterfachmesse in Düsseldorf

Begräbnis

Einbringung sterblicher Überreste eines Menschen in die Erde

Begräbnisdienst (durch Gemeindemitglieder)

ist aufgrund des Priestermangels in der katholischen Kirche in vielen Fällen eine Alternative bei kirchlichen Bestattungen.

Beisetzung

Im Unterschied zur Bestattung sollte man das Verbringen der Aschenreste und der Urne im Grab als Beisetzung bezeichnen.

Beisetzungsstätte

Als solche gilt die der Totenruhe und dem Andenken des Verstorbenen dienende Grabstätte, sofern sie tatsächlich die sterblichen Überreste, Asche oder Leiche birgt.

Beratung

Erfassung der Wünsche der Auftraggeber, Vorschläge für Lieferungen und Leistungen und deren Kosten

Beratung zur Bestattungsvorsorge

Erarbeitung eines individuellen Vorschlages für Lieferungen und Leistungen bei einer dereinstigen Bestattung einschließlich deren Finanzierung

Berechtigungskarte

Zur Durchführung von gewerblichen Arbeiten auf einem Friedhof wird eine Zulassung durch den Friedhofsträger benötigt. Sie erfolgt durch die Ausstellung einer Berechtigungskarte, die ggf. gebührenpflichtig ist.

Bergbachbestattung

Zu den Angeboten der Oase der Ewigkeit zählt die Möglichkeit, die Asche der Verstorbenen in einen wild schäumenden Bergbach zu verstreuen. Der Bach mündet in die Rhone und trägt die Aschenreste schliesslich ins Mittelmeer.

Bestatter

qualifizierte Person, die Bestattungs-Dienstleistungen erbringt

Bestattung

Als Bestattung bezeichnet man die Übergabe der sterblichen Überreste eines Menschen an die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft. Die Verbringung der menschlichen Überreste an einen Ort nennt man dagegen Beisetzung.

Bestattung von Fehl- und Totgeburten

In der Bundesrepublik besteht Bestattungszwang für alle menschlichen Leichen einschließlich Totgeburten. Die detaillierten Regelungen hierzu sind in den Gesetzen und Verordnungen der Bundesländer festgelegt.

Bestattungsanspruch

Den Anspruch eines jeden Gemeindeeinwohners auf Bestattung auf dem kommunalen Friedhof - ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses - nennt man Bestattungsanspruch.

Bestattungsbedarf

Unter Bestattungsbedarf versteht man alle Produkte, welche die Bestatter zur Durchführung einer Bestattung benötigen.

Bestattungsfachkraft

Seit dem 1. August 2003 gibt es in Deutschland die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre und wird in Bestattungsinstituten und in Friedhofsverwaltungen durchgeführt. Es gibt deutschlandweit nur drei Berufsschulen für diese Ausbildung: in Bad Kissingen, Wermelskirchen und in Springe. Die schulische Ausbildung erfolgt deshalb als Blockunterricht.

Bestattungsfachwirt

Öffentlich-rechtliche Prüfung durch die Indutrie- und Handelskammern.
http://www.berlin.ihk24.de

Bestattungsfrist

nennt man den Zeitraum, innerhalb dessen ein Verstorbener bestattet werden muss.

Bestattungsgebühr

Die Bestattungsgebühr umfasst alle bei einer Bestattung oder Beisetzung üblichen Leistungen, wie die Aufbewahrung der Leiche in einer Leichenhalle, die Benutzung der Friedhofskapelle, die Überführung des Sarges von der Friedhofskapelle zum Grab bzw. die Überführung der Urne zum Grab, das Ausgrünen des Grabes, der Transport der Kränze von der Friedhofskapelle zum Grab, das Ausheben und Wiederverfüllen des Grabes.

Bestattungsgewerbe

Das Tätigkeitsfeld der Bestatter umfasst alle mit einer Bestattung zusammenhängenden Aufgaben, die außerhalb des Friedhofs verrichtet werden und damit zum frei gewerblichen Bereich der Bestattungsunternehmen gehören: die Leichenbesorgung, die Lieferung von Särgen, Sargzubehör, Urnen, der Transport des Sarges zum Friedhof, die Erledigung der Notwendigen Trauerformalitäten etc.

Bestattungskultur

Bezeichnet die kulturellen Erscheinungsformen rund um die Trauerfeierlichkeiten und die Beisetzung Verstorbener.

Bestattungsnachsorge

umfassender Begriff für die Angebote an die Angehörigen zur besseren Bewältigung der faktischen und psychischen Folgen eines Todesfalls

Bestattungspersonal

Personen, die in Bestattungsunternehmen arbeiten und für die Erfüllung der allgemeinen und spezifischen Anforderungen der betreffenden Aufgaben geschult und qualifiziert sind

Bestattungspflicht

Unter Bestattungspflicht versteht man die Pflicht, die Bestattung eines Verstorbenen ordnungsgmäß zu veranlassen. Damit verbunden ist auch die Pflicht, die Kosten für die Bestattung zu tragen (häufig in der Reihenfolge: EhegatteIn, volljährige Kinder, Eltern oder volljährige Geschwister). In Deutschland ist die Bestattungspflicht in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt.
Anmerkung: Die Ausschlagung des Erbes entbindet nicht von der Bestattungspflicht.

Bestattungspflichtiger

siehe unter Bestattungspflicht

Bestattungsvorsorge

Die Bestattungsvorsorge ermöglicht es, schon zu Lebzeiten Anordnungen für den Todesfall selbst zu treffen. Diese können mit einem Bestattungsunternehmen in vertraglicher Form vereinbart werden. Hier können alle Regelungen, die für die gewünschte Bestattungsform notwendig sind einschließlich der finanziellen Absicherung niedergelegt werden. Die Bestattungsvorsorge entlastet Hinterbliebene und stellt sicher, dass die persönlichen Vorstellungen umgesetz werden.

Bezirksfriedhof

Gibt es in einer Stadt oder Gemeinde mehrere kommunale Friedhöfe, die jeweils den Einwohnern des entsprechenden Ortsteils vorbehalten sind, so spricht man von Bezirksfriedhöfen.

Blumenwurf

Bei der Beisetzung eines Sarges im Grab kann an die Stelle des traditionellen Erdwurfes auch das Nachwerfen von Blumen treten.

Bodenaustausch

Bei Bodenmüdigkeit kann der Bodenaustausch der Grabfeldsanierung dienen.

Bodenbeschaffenheit

Die Bodenbeschaffenheit eines Friedhofs muss zur Leichenverwesung geeignet sein und der Boden die Zersetzungsprodukte bis zum völligen Zerfall in organische Verbindungen zurückhalten können.

Bodenmüdigkeit

Der Begriff der Verwesungs- oder Bodenmüdigkeit wird verwendet, wenn nach einer wiederholten Belegung mit Erdbestattungen eine unvollständige Verwesung trotz Einhaltung der Ruhefrist festgestellt wird.

Broturne

Der Hamburger Bestatter Broder Drees hat 2006 gemeinsam mit einem Bäcker eine Aschenurne aus Brotteig entwickelt, die zur Seebestattung, aber auch für ein herkömmliches Urnengrab verwendet werden kann. Optisch erinnert sie an gebrannten Ton.

Danksagung

Die Danksagung richtet sich an den Kreis derer, die Anteil an einem Trauerfall genommen und ihr Beileid durch ihr Geleit auf dem Friedhof, durch Blumen und Kränze, eine karitative Spende oder einen persönlichen Brief ausgedrückt haben. In der Regel erfolgt die Danksagung zwei bis vier Wochen nach der Beisetzung.

Dauergrabpflege

Kontinuierliche Pflege einer Grabstätte durch einen Gärtner/Friedhofsgärtner.

Denkmal

Der Begriff Denkmal wird unterschiedlich gebraucht. Er steht zum einen für Erinnerungszeichen, wie sie seit der Antike bis in die Neuzeit zum Gedenken an Personen oder Ereignisse errichtet wurden; dies führte im 19. Jahrhundert zu einem regelrechten Denkmalkult. Zum anderen wird Denkmal oft synonym mit Grabmal verwendet. Zum Dritten bezeichnet Denkmal ein im Sinne des Denkmalschutzes zu erhaltendes und pflegendes Objekt.

Denkmalpflege (auf Friedhöfen)

bezeichnet Maßnahmen, die zur Erhaltung und Unterhaltung von erhaltenswerten Friedhöfen notwendig sind.

Denkmalrecht

Das Denkmalrecht ist als Teil des Kulturrechts Ländersache.

Denkmalschutz (von Friedhöfen bzw. Grabstätten)

Grabdenkmäler können unter das Denkmalschutzrecht fallen, wenn sie aus abgeschlossenen Zeitepochen stammen, ihnen eine besondere Bedeutung zukommt, und ihre Erhaltung im allgemeinen Interesse liegt.

Diamantbestattung

Schon immer galt der Diamant als das Symbol der Unvergänglichkeit, der Liebe und der Erinnerung. Ein Diamant bietet den Hinterbliebenen eine besonders faszinierende Erinnerung an ein einzigartiges und wertvolles Leben.

Doppelgrab / -wahlgrab

Unter einem Doppelgrab, auch Partnergrab genannt, werden zwei nebeneinanderliegende Grabstellen verstanden, die zusammen und gleichzeitig an Nutzungsberechtigte vergeben werden.

Doppelgrabmal

Als Doppelgrabmal, -grabstein oder kurz Doppelstein bezeichnet man Grabmale für zweistellige Wahlgräber und damit auch für zwei Personen, meistens ein Ehepaar.

Duale-Use-Sarg

Darunter versteht man einen Sarg, der bereits zu Lebzeiten als Schrank oder Kommode dient, und erst im Bestattungsfall mit wenigen Handgriffen zu einem Sarg umgebaut wird.

Edelsteinbestattung

Seit 2007 wird von der Firma FriedJuwel die sog. Edelsteinbestattung, bisweilen auch Bernsteinbestattung genannt, angeboten. Es handelt sich nicht um eine Bestattung im eigentlichen Sinn, vielmehr geht dem Verfahren die Feuerbestattung voraus. Die Asche wird dann in einem speziellen Verfahren mit einem Edelstein in Verbindung gebracht, der dadurch "energetisiert" wird.

Ehrengrab

Städte oder Gemeinden können Gräber berühmter Bürger oder von Bürgern, deren Wirken als bedeutend für eine Gemeinde eingeschätzt wird, zu Ehrengräbern ernennen.

Ehrenhain

ist eine nicht näher definierte Bezeichnung für besonders zu ehrende Gräber.

Ehrenmal

Ähnlich dem Begriff Ehrenhain fehlt auch der Bezeichnung Ehrenmal eine definierte Bedeutung, sie weicht jedoch von Denkmal insoweit ab, als es sich in der Regel um eine Gedenkstätte für gefallene Soldaten handelt.

Einäscherung

Siehe Feuerbestattung

Einbalsamierung

Unter Einbalsamierung versteht man eine Versorgung des Leichnams, die den natürlichen Verfall verzögert oder verhindert.

Einbetten

das Legen des Leichnams in einen Sarg

Einfriedung

Da der Friedhofsträger eine allgemeine Obhutspflicht hat, müssen Friedhöfe eingefriedet werden. In Betracht kommen Mauern, Zäune, Hecken, Bäume und Gräben.

Eisbestattung

Die Seebestattung im Kurischen Haff wird speziell für Heimatvertriebene und nur im Winter als Eisbestattung angeboten. Die Trauergemeinde kann daran teilnehmen und begibt sich zu Fuß zur Beisetzungsstelle. An Ort und Stelle wird in das Eis ein Loch gebohrt und mit Kerzen und frischen Blumen dekoriert. Die Urne wird entweder als "Stille Bestattung" oder in Begleitung der Angehörigen in das Haff gegeben. Eisbestattungen werden auch auf Grönland und in den nördlichen Regionen der skandinavischen Länder angeboten.

Embalming

Siehe Einbalsamierung

Entwidmung (eines Friedhofs)

Durch die Entwidmung wird ein Friedhof seiner Bestimmung, als Ruhestätte der Toten zu dienen, gänzlich entzogen und kann einer anderen Verwendung zugeführt werden.

Erbbegräbnis

Damit wird eine Grabstätte bezeichnet, bei der das Recht auf Beisetzung durch Vererbung weitergegeben wurde. Es handelt sich dabei um eine priviligierte Grabart, die nahezu ausschließlich fürstlichen Kreisen vorbehalten war. Erst seit der Renaissance öffneten sich dem wohlhabenden Geldadel ähnliche Möglichkeiten, als man Gräber "kaufen" konnte. Somit ist das Erbbegräbnis der Vorläufer des Kaufgrabes bzw. des späteren Wahl- oder Familiengrabes, an dem jedermann Rechte durch Zahlung von Geld bzw. Gebühren erwerben kann.

Erbschein

Ein Erbschein wird benötigt, um sich als berechtigter Erbe ausweisen zu können, z. B. gegenüber Banken oder dem Grundbuchamt. Der Erbschein kann beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden. Die Kosten richten sich nach dem Nachlasswert.

Erdbestattung

Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in einem Grab in der Erde. (Im Prinzip sind auch Urnenbeisetzungen Erdbestattungen, da auch hier die Asche in der Erde beigesetzt wird, aber werden mit diesem Begriff in der Regel nicht genannt.) Deutsche Bestattungsvorschriften schreiben für die Bestattung einer Leiche in der Erde die Verwendung eines Sarges vor. Die beispielsweise im Islam übliche Bestattung nur in einem Tuch ist teilweise nicht gestattet.

Erdwurf

Übernehmen Totengräber, Sargträger oder Angehörige der Nachbarschaft das eigentliche Zuschaufeln des Grabes, so beteiligen sich in der Regel die Angehörigen und die übrigen Trauergäste mit einem stellvertretenden Erdwurf daran. Diese Symbolhandlung ist ausgesprochen vielschichtig. Sie ist einerseits Trennungsritual und unterstreicht den endgültig vollzogenen Abschied, sie ist andererseits Teil der Leichenabwehr, denn der Erdwurf soll den Toten daran hindern, ein Wiedergänger zu werden. Durchgesetzt hat sich die religiöse Umgestaltung des dreimaligen Erdwurfes durch die begleitenden Worte "Erde zur Erde, Asche zur Asche, Staub zum Staube" oder "Aus Staub bist du gemacht, zu Staub wirst du werden, der Herr möge dich auferwecken am jüngsten Tage".

Erinnerungsdiamant

siehe "Diamantbestattung"

Erinnerungsfahrten

Die Seebestattungsreedereien bieten kollektive oder individuelle Erinnerungsfahrten zu den Seebeisetzungsstellen an.

Ersatzvornahme

Bezeichnung im Verwaltungsrecht für die Vornahme der Handlung an Stelle eines Pflichtigen durch die zuständige Behörde. Im Friedhofs- und Bestattungsrecht ist dies von Bedeutung, wenn Angehörige ihrer Bestattungspflicht nicht rechtzeitig nachkommen, entweder weil sie nicht rechtzeitig erreichbar sind oder aber im Falle der Erreichbarkeit die Durchführung der Bestattung sogar verweigern. In diesen Fällen ist die zuständige Ordnungsbehörde verpflichtet, die Bestattung anzuordnen oder selbst durchführen zu lassen, in dem sie ein Bestattungsunternehmen beauftragt. Die Ordnungsbehörde ist berechtigt, anschliessend vom Bestattungspflichtigen Kostenersatz zu verlangen.

Erstellung eines Angebots

Aufstellung der Lieferungen, Leistungen und Honorare und deren veranschlagte Preise einschließlich Mehrwertsteuer, falls zutreffend

Euphemismus

Die Sprachlosigkeit angesichts von Sterben und Tod erzeugt auch heute in vielen Fällen eine euphemistische Sprachregelung unter Laien wie unter Experten, d.h., man vermeidet, von Sterben oder Tod zu reden und wählt stattdessen harmlos klingende oder nicht allgemein verständliche Begriffe.

European Federation of Funeral Services (EFFS)

Zur Vereinheitlichung europäischer Bestattungsnormen und insbesondere zur Regelung der grenzüberschreitenden Leichenbeförderung wurde im Hinblick auf den europäischen Binnenmarkt 1994 die EFFS gegründet.

Euthanasie

Der Begriff leitet sich ab aus den griechischen Wortbestandteilen "eu" (gut) und "Thanatos" (Tod) und bedeutet zunächst soviel wie "guter Tod". Gemeint ist damit ein nicht gewaltsamer Tod, ein sanftes Sterben ohne Qualen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird damit jedoch die gezielte Herbeiführung des Todes eines Menschen bezeichnet, um dessen schwerwiegende Beeinträchtigung oder ein unerträgliches Leben zu beenden.

Eventbestattung

Eine Trauerfeier, die aus dem Rahmen fällt, wird auch als Eventbestattung bezeichnet; insbesondere die Medien haben diesen Begriff kreiert, wenn bunte Luftballons aufsteigen und am Grab ein Glas Prosecco oder Champagner gereicht wird.

Ewigkeitssonntag

Zu den traditionellen Totengedenktagen zählt innerhalb der Evangelischen Kirche der Ewigkeitssonntag, der früher Totensonntag genannt wurde. Er wird am letzten Sonntag des Kirchenjahres vor dem 1. Advent begangen.

Exequien

Aus dem lateinischen Wort ex(s)equi (geleiten) abgeleiteter Begriff für die (kirchliche) Bestattung.

Exhumierung

Ausgraben der sterblichen Überreste in jeglicher Form aus dem Ort ihrer Bestattung

Exitus

stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Ausgang; wird in der klinischen Fachsprache für Tod verwendet; manchmal auch "Exitus letalis" (tödlicher Ausgang).

Exkarnation

Dem Wortsinn nach bedeutet Exkarnation so viel wie das Heraustreten des Selbst aus dem Körper. Der Begriff wurde analog gebildet zu Inkarnation, womit theologisch die Fleischwerdung Gottes in der Geburt seines Sohnes Jesus Christus gemeint ist, also das Einwohnen des Göttlichen im Menschlichen.

Fachgeprüfter Bestatter

Modulare Ausbildung Geprüfter Bestatter/Geprüfte Bestatterin

Familienbaum

ist im herkömmlichen Sprachgebrauch ein Synonym für Stammbaum und dient der Ahnenforschung. Als solcher wird jedoch auch eine für eine Familie bestimmte Grabstätte im Friedwald um einen Baum herum bezeichnet.

Familiengrab

ist eine volkstümliche Bezeichnung für Wahlgrab, das auch Sondergrab genannt wird. Charakteristisch ist die Beisetzung mehrerer Familienmitglieder in einer gemeinsamen, auf längere Dauer angelegten Grabstätte.

Felsbestattung

Bei der Felsbestattung wird die Asche unter der Grasnarbe an einem Gemeinschaftsfelsen auf dem Gelände der "Oase der Ewigkeit" bestattet.

Fetensarg

Speziell für die Bestattung von Feten oder Totgeburten werden mittlerweile kleine und sehr kleine Särglein und Behältnisse angeboten. Statt Holz gelangen hier auch Materialien wie Korbgeflecht, Textil und Papier zur Verwendung.

Fetozid

Die Tötung des Fetus im Mutterleib bezeichnet man als Fetozid. Bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft etwa ab der 22. Schwangerschaftswoche wird der Fetozid vor einem Schwangerschaftsabbruch durchgeführt, um eine Lebendgeburt zu verhindern.

Feuerbestattung

Unter einer Feuerbestattung versteht man die Verbrennung oder Einäscherung eines Verstorbenen. Die Feuerbestattung ist möglich, wenn sie im Sinne des/der Verstorbenen ist. Dazu sollte seine handschriftliche Erklärung vorliegen. Fehlt diese Erklärung, so kann der Ehepartner/Lebenspartner bzw. der/die nächste Angehörige schriftlich bestätigen, dass die Feuerbestattung dem Willen des Verstorbenen entsprach.

Feuerehrung

In Anlehnung an die u.a. von Paul Mühling in den 1930er Jahren geprägte Begrifflichkeit spricht man im Neuheidentum nicht von Feuerbestattung oder Kremation, sondern von Feuerehrung.

Feuerstein

Ein Schamottstein, auf dem die Kremierungsnummer eingraviert ist. Dies stellt sicher, dass die Asche immer eindeutig zugeordnet werden kann, da jeder Verstorbene eine Kremierungsnummer erhält.

Fingerabdruckanhänger

Die Linien und Formen eines Fingerabdrucks sind bei jedem Menschen anders und drücken seine Einzigartigkeit aus. Mit einer speziellen Wachsart wird bei dem Verstorbenen ein Fingerabdruck genommen. Dieser kann in Gold oder Silber gegossen und anschließend zu einem ganz persönlichen Anhänger mit einer zusätzlichen Gravur auf der Rückseite verarbeitet werden.

Flamarium

Der Begriff leitet sich ab von "flamen", der lateinischen Bezeichnung für Opferpriester in der römischen Antike, und bedeutet soviel wie "Anbläser" (des Opferfeuers). Mit Flamarium wird ein neues ganzheitliches Konzept einer Feuerbestattungsanlage bezeichnet, das vom 1990 gegründeten Feuerbestattungsverein Halle im Jahr 2000 entwickelt wurde.

Flugbestattung

Sie gehört zu den alternativen Beisetzungsarten und stellt eine Variante der Seebestattung dar. Die Asche wird von einem Helikopter aus über der See ausgestreut. Angehörige können dem Verstreuen beiwohnen.

Flugüberführung

Von Deutschland aus führen die meisten Überführungen mit dem Flugzeug in die Türkei, um verstorbene Muslime in die Heimat zu bringen. Flugüberführungen werden aber auch sonst gewählt, wenn weite oder gar interkontinentale Entfernungen zu überbrücken sind.

Freiflächen

sind Flächen auf dem Friedhof, die frei von Belegungen sind. Sie können nochmals unterschieden werden in Wirtschaftsflächen und Gestaltungsflächen. Zu Ersteren zählen Flächen für Gebäude, Wege, Plätze etc. Zu den Gestaltungsflächen zählen Rasenflächen, Böschungen, Schmuckanlagen, Wasserflächen.

Freigabe

Wenn der Arzt die Todesursache nicht eindeutig feststellen kann, wird der Verstorbene noch nicht "freigegeben" (zur Bestattung), sondern zuerst in das Gerichtszmedizinische Institut überführt, wo die genaue Todesursache festgestellt werden kann. Die Staatsanwaltschaft erteilt dann die Freigabe.

Friedgarten

ist der Versuch, innerhalb der Kategorie Themenfriedhof einen gartenkünstlerisch oder landschaftsgärtnerisch gestalteten Friedhof bzw. den so gestalteten Teil eines Friedhofs zu benennen.

Friedhain

ist ähnlich Friedpark oder Seelwald eine der Bezeichnungen für eine den Naturbestattungen nahe stehende Beisetzungsform auf herkömmlichen Friedhöfen.

Friedhof I

Der Friedhof bezeichnet einen Ort, an dem Verstorbene bestattet werden. Meist wird die Bestattung von einem religiösen Ritus begleitet. Seinen etymologischen Ursprung findet der Begriff im Althochdeutschen ("frithof"). Er wandelte sich über die Jahrhunderte von der Bezeichnung für den eingefriedeten Vorhof zum sogenannten "Hof des Friedens".

Friedhof II

Meist parkähnlich angelegter Ort für die Bestattung Verstorbener. Auf den meisten Friedhöfen kann sowohl der Leichnahm selbst (Erdbestattung) wie auch die Asche des Verstorbenen (Feuerbestattung) beigesetz werden. Es kann eine Grabstätte als Familiengrabstätte, Wahl- oder Reihengrab für eine bestimmte Zeit erworben werden. In jüngster Zeit sind auch vermehrt gemeinschaftsgrabstätten anzutreffen.

Friedhofskapelle

Gebäude auf dem Friedhof, in dem Trauerfeiern vor der Beisetzung stattfinden können.

Friedhofsmuseum

ist ein weit gefasster Begriff. Dabei kann es sich um ein Lapidarium handeln, in dem wertvolle Grabsteine zusammengetragen und mehr oder weniger gut geschützt sind, aber auch um eine feste Einrichtung, in der historisch wertvolle Objekte aus der Friedhofsgeschichte gesammelt werden.

Friedhofssatzung

Friedhofssatzungen erfassen rechtsverbindlich alle relevanten ordnungspolitischen und verfahrensrechtlichen Entscheidungskriterien, nach denen kirchliche und kommunale Friedhofsverwaltungen die Nutzung der Friedhöfe organisieren, überwachen und steuern. Sie definieren u.a. die Ruhefristen, regeln die Pflege und Unterhaltung der Grabstätten, legen die möglichen Grabarten fest und bestimmen über das Verhalten von Besuchern und Gewerbetreibenden auf den Friedhöfen. In der Friedhofsgebührenordnung sind dagegen die Gebühren für die von Friedhofsverwaltung bereitgestellten Leistungen festgelegt.

Friedhofsträger

können nach dem geltenden Friedhofs- und Bestattungsrecht in aller Regel nur Körperschaften des öffentlichen Rechts sein, also Kommunen und Kirchengemeinden. Körperschaften des öffentlichen Rechts sind jedoch auch eine Vielzahl kleinerer Religionsgemeinschaften und Freikirchen wie bspw. die Neuapostolische Kirche oder die Zeugen Jehovas. Und körperschaften des öffentlichen Rechts sind ausserdem Weltanschauungsgemeinschaften wie der Bund für Geistesfreiheit Bayern oder die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz usw. Sie machen aber bislang von ihrem Recht , eigene Friedhöfe zu betreiben, keinen Gebrauch.

Friedhofsverwaltung

Die Verwaltung des Friedhofs obliegt grundsätzlich dem Friedhofsträger, d.h. bei kommunalen Friedhöfen dem Gemeinderat bzw. Bürgermeister und bei kirchlichen Friedhöfen dem Gemiendekirchenrat bzw. Kirchenvorstand.

Friedhofszwang

In Deutschland und Österreich gelten der Friedhofszwang: Jeder ist grundsätzlich verpflichtet, für eine Bestattung einen Friedhof zu nutzen. Insbesondere wird durch den Friedhofszwang verboten, dass die Urne mit der Asche des Toten als Andenken bei seinen Hinterbliebenen verweilt. Die Waldbestattung wird durch den Friedhofszwang jedoch nicht ausgeschlossen, wenn das vorgesehene Waldgebiet als Friedhof gewidmet wird.

Friedpark

Friedpark ist ein Kunstbegriff, mit dem manche Friedhöfe ihre Form der Naturbestattung benennen, weil der Terminus Friedwald gesetzlich geschützt ist.

Friedwald

Friedwald ist die Bezeichnung für eine Gesellschaft ursprünglich aus der Schweiz, die unter diesem Namen Waldflächen für die Beisetzung an Bäumen bereitstellt. Voraussetzung ist eine Einäscherung des Verstorbenen, da nur Asche beigesezt werden darf. Eine Erdbestattung ist nicht möglich. Beisetzungen sind an Einzel- oder Gemeinschaftsbäumen möglich.

Funeral-Store

Ein Geschäft in einem Bestattungshaus, in dem es u.a. Abschieds-, Trost- und Gedenkartikel gibt.

Gedenkfahrt

Der Begriff hat sich vielfach eingebürgert, um die Fahrt zur Seebeisetzungsstelle eines Verstorbenen anlässlich eines individuellen Gedenktages zu bezeichnen.

Gedenkstätte

Der Begriff der Gedenkstätte ist breit gefächert. Er umfasst Orte, an denen sich historische Ereignisse abspielten, aber auch solche, die mit einzelnen Persönlichkeiten verbunden sind, z.B. Geburts-, Wohn-, oder Sterbehäuser berühmter Menschen.

Gefrierbestattung

Seit 2002 wird in den Medien von einem Verfahren berichtet, das die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Maesak entwickelt hat. Demzufolge wird der Leichnam zunächst in 200 Grad kalten Stickstoff gelegt und anschliessend geschüttelt, so dass er in kleine Stücke zerfällt. Die so bestatteten menschlichen Überreste gelangen sehr schnell in den biologischen Kreislauf. Damit wird die Verwesung des Leichnams enorm beschleunigt.

Gemeinschaftsbaum

Als solcher wird bei einer Baumbestattung ein Baum bezeichnet, um den herum die Aschen mehrerer Verstorbener beigesetzt werden können, die sich in der Regel zu Lebzeiten nicht gekannt haben.

Gemeinschaftsgrabstätte

Urnengrabstätte, in die familienunabhängig beigesetzt wird. Häufig verbunden mit Namensschildern als Alternative zur anonymen Grabstelle.

Grab

Ein Grab dient zur Bestattung eines Leichnams bzw. zur Beisetzung eines Sarges oder einer Urne.

Grabarten

Die Art des Grabes bzw. der Beisetzung hängt wesentlich von der gewählten Art der Bestattung ab. Aus hygienischen Gründen ist die herkömmliche Körpererdbestattung nur auf öffentlichen, kommunalen oder kirchlichen Friedhöfen gestattet.

Grabbepflanzung

Mit einer Grabbepflanzung können dem Toten immer wiederkehrend Zeichen des Gedenkens gesetzt werden. Sie ist im Vergleich zum Grabstein der vergängliche, immer wieder zu erneuernde Teil der Grabgestaltung, zu interpretieren als ein Ausdruck der Trauer, des Gedenkens, der Totenehrung, des Schmuckes.

Grabbesuch

So lange die Friedhöfe (Kirchhöfe) um die Kirche herum angelegt waren, besuchte man die Gräber bei jedem Kirchgang. Erst mit der Verlegung der Friedhöfe an die Peripherie der Städte und Dörfer entwickelte sich der Besuch des Grabes zu einer bewussten Handlung.

Gräbergesetz

Das Gräbergesetz - Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft vom 29. Januar 1993 in der Fassung vom 9. August 2005 - regelt im Inland die Rechtsverhältnisse an Gräbern von Menschen, die in den Weltkriegen und an den im Gräbergesetz besonders aufgeführten Gewaltmaßnahmen verstorben sind.

Grabfeld

bezeichnet jeweils die Gesamtheit der Reihengräber, Wahlgräber, Urnengräber, Gemeinschaftsgräber etc. innerhalb der einzelnen Abteilungen auf dem Friedhof.

Grabgestaltung / Grabpflege

Bei der Gestaltung und Pflege eines Grabes müssen grundsätzlich die Vorgaben der Friedhofssatzung beachtet werden. Wenn sich die Hinterbliebenen nicht selbst um die Grabpflege kümmern können, kann ein Gärtner / Friedhofsgärtner mit der Grabpflege beauftragt werden.

Grabhügel

Aus der Aufhügelung entsteht in einfachster Form ein flacher Erdhügel als Grabhügel.

Grabinschriften

kennzeichnen traditionell das Grabzeichen das Grabzeichen und bestehen in der Regel aus einem biografischen Teil, der den Namen sowie Geburtsdatum und Sterbedatum enthält.

Grabkreuz

Der Ausdruck meint einerseits ein Grabzeichen in Form eines Kreuzes, zumeist aus Holz oder Metall, andererseits auch eine vorübergehende Grabkennzeichnung in Gestalt eines einfachen Kreuzes aus Holz oder Kunststoff bis zur Errichtung des eigentlichen Grabzeichens.

Grablaterne / Grablicht

Die Grablaterne ist ein fest mit dem Grab, häufig mit der Einfassung verbundener Grabschmuck, das Grablicht dagegen wird temporär aufgestellt. War die Sitte, ein Licht am Grab zu entzünden, ursprünglich mit dem katholischen Glauben verbunden und sogar Kennzeichen katholischer Gräber, so wird sie heute auch von evangelischen und von nicht konfessionell gebundenen Menschen geübt.

Grabmachen

manuelles oder maschinelles Öffnen, Wiederöffnen, Vorbereiten und/oder Schließen eines Grabes, einer Grabkammer oder eines Mausoleums einschließlich Grabverbau

Grabmal / Grabstein

Grabmäler / Grabsteine sind Ausdruck des individuellen Gedenkens an einen verstorbenen Menschen bzw. an eine Familie. Dieser kann durch Form und Material sowie durch Worte, Schriften oder Zeichen symbolisiert werden. Die Gestaltung, Beschriftung sowie die Pflege oder Restaurierung von Grabmälern / Grabsteinen übernehmen fachkundige Steinmetzbetriebe.

Grabmatten

dienen der Auskleidung des frisch ausgehobenen Grabes für die Beisetzung, um das nackte Erdreich zu kaschieren. Sie sind aus Kunststoff bzw. Kunstrasen und zählen zur Friedhofstechnik.

Grabstelle

Ort für die Beisetzung verstorbener Menschen. In Deutschland besteht für Grabstellen Friedhofspflicht.

Gruft

Als Gruft bezeichnet man in der Regel eine unterirdische gemauerte Grabanlage meist unter einer Kirche gelegen. Grüfte dienen überwiegend als Familien- bzw. Adelsgrablegen, aber es gab auch kollektive Gruftanlagen (zum Beispiel für Zünfte) und Grüfte als Gemeindefriedhöfe wie zum Beispiel die Michaelergruft in Wien. Mit Aufhebung der Kirchenbestattung errichtete man auf den Friedhöfen freistehende Grufthäuser und Mausoleen. Für die Gruftaufstellung wurden bevorzugt Metallsärge verwendet.

Hausaufbahrung

Nachdem die Aufbahrung zu Hause aus hygienischen und praktischen Gründen fast völlig ausser Gebrauch gekommen war, wird sie heute von vielen aus trauerpsychologischen Gründen wieder empfohlen.

Hospiz

Im Mittelalter hießen die klösterlichen Herbergen Hospize. Sie boten Pilgern, Kranken oder Armen Unterkunft. Daraus entwickelte sich unter anderem die Bezeichnung "Hospital" für Krankenhaus.

Identifizierungsraum

Raum, in dem die Identität der Verstorbenen Person geprüft und bestätigt wird

Jahresgedenken

Das Gedenken an den Tod eines Menschen kennt keine zeitliche Begrenzung. Unbewältigte Trauer wird oftmals nach einen oder mehreren Jahren noch einmal in Form einer Gedenkanzeige in der lokalen Tagespresse öffentlich sichtbar.

Katafálk

Ein Katafálk (itl. Catafalco, aus dem roman. catar, schauen, und itl. palco, Gerüst, zusammengesetzt, also s. v. w. Schaugerüst) ist ein Trauergerüst oder Paradebett, welches beim Begräbnis berühmter Personen die aufgebahrte Leiche trägt und mit Blumenschmuck, Palmen sowie den Ehrenzeichen des Verstorbenen und Kandelabern bedeckt und umgeben ist. Heute wird auf den Friedhöfen oft ein sog. Katafálkwagen eingesetzt, um den Sarg aus der Feierhalle zum Grab zu transportieren.

Kaufgrab

Kaufgrab ist eine ältere Bezeichnung für ein Wahlgrab, da die Beisetzungsrechte daran durch den Kauf erworben wurden.

Kirchenbestattung

Die Bestattung bzw. das Grab in der Kirche war die begehrteste Grabart. Das Kirchengrab lag den Heil schaffenden Reliquien am nächsten, und die dort bestatteten Toten hatten unmittelbar Anteil an den Segenswirkungen der Heiligen Messe. Neben der mit der Kirchenbestattung verstärkten Heilsgewissheit war mit ihr eine Betonung der sozialen Stellung des Verstorbenen verbunden, denn die Bestattung in der Kirche war die vornehmste Grabart.

Kolumbarium

Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und AUfbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.

Kondukt

Unter Kondukt wird das feierliche Tragen des Sarges von der Aufbahrungshalle zur Grabstelle verstanden. Der mit dem Bahrtuch bedeckte Sarg wird dabei gemeinsam mit den Blumenspenden der engsten Angehörigen mit einem Bahrwagen oder einem Elektrokonduktwagen zur Grabstelle geführt, wobei sich die Reihenfolge, in der die Trauergäste am kondukt teilnehmen, nach ihrer familiären Bindung zum Verstorbenen sowie nach ihrer gesellschaftlichen Stellung richtet.

Kondukt

Mit Kondukt bezeichnet man das Verbringen des » Toten zum » Friedhof, also den eigentlichen, öffentlichen Totentransport unter Anteilnahme der Trauergesellschaft im Gegensatz zur » Überführung, die auch ohne Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden kann. Der Kondukt geht vom Sterbehaus zum Friedhof bzw. zur Kirche. Mit Einführung der Friedhofskapellen/Trauerhallen verkürzt sich der Kondukt auf die kurze Wegstrecke von dort zum Grab und verliert dadurch an Ausgestaltung und Bedeutung.

Kondulenz

Beileidsbekundung gegenüber den nahen Angehörigen eines Verstorbenen. Diese kann durch einen Besuch, ein Schreiben, bei der Trauerfeier oder späteren Beisetzung am Grab erfolgen sowie durch den Eintrag in ein Kondulenzbuch.

Kosmetik

äußere Korrektur, Überdeckung und Hervorhebung des vorhandenen Erscheinungsbildes des Verstorbenen

Krankensalbung

siehe Sterbesakramente

Kranz

Der Kranz gilt in seiner geschlossenen Form als Sinnbild der Unendlichkeit, ohne Anfang und Ende als Zeichen der Ewigkeit.

Kranzschleife

Zur Kenntlichmachung der Namen der Spender von Kränzen wurden seit den 1870er Jahren breiten Schleifen angeboten. Sie trugen in großen Lettern die letzten Grüße in standarisierten Formeln.

Kremationsdienstleistungen

jede den Kremationsvorgang betreffende Dienstleistung

Krematorium

Anlage für die Einäscherung Verstorbener. Der Begriff umfasst das Gebäude und die zugehörigen Anlagen. Häufig ist das Gebäude auch mit Aufbahrungs- und Kühlräumen ausgestattet.

Lebend- und Totenmaske

Die Lebend- und Totenmaske ist das Ebenbild unseres Gesichtes mit der Wiedergbe von Spuren eines gelebten Lebens und eine Jahrtausende alte Tradition- nicht nur bei den alten Ägyptern.

Leiche

Aus Leichnam in seiner Wortbedeutung für den toten menschlichen Körper entwickelte sich die Kurzfassung Leiche. Sie wird in der Regel nur für menschliche Körper verwendet, bei Tieren spricht man vom Kadaver. Ursprünglich bezeichnete Leiche auch die Begräbnisfeierlichkeiten. Davon zeugen Ausdrücke wie zur Leiche gehen, zur Leiche bitten oder die Schöne Leich.

Leichenbitter

Im 19. Jh. wurden Leichenbitter von den Hinterbliebenen beauftragt und bezahlt. Sie gingen von Haus zu Haus- bei Todesfällen in reichen Familien durch die ganze Stadt- um Verwandte, Bekannte und Nachbarschaft "zur Leiche zu bitten", d. h. zur Beerdigung und zum Leichenschmaus einzuladen. WIr kennen heute noch die Anspielung im Bergriff der "Leichenbitter-Mine".

Leichenhalle

spezieller, für die zeitlich befristete Aufbewahrung des Leichnams geeigneter Raum

Leichenpass

Die Beförderung von Verstorbenen über die Grenzen der Bundesrepublik ist nur mit einem Leichenpass zulässig. Dieser wird von der örtlichen Ordnungsbehörde ausgestellt.

Leichenwagen

Speziell ausgerüstetes Fahrzeug zur Überführung von Verstorbenen. Unter der DIN 75081 werden die Anforderungen normiert.

Leiter der Bestattung

Person, die die Trauerfeier abhält (falls vom Bestatter abweichend)

Luftbestattung

Diese Bestattungsart spricht viele Menschen an, die sich mit herkömmlichen Beisetzungsformen nicht anfreunden können und die Vorstellung, in alle Winde verstreut zu werden, befreiend finden. Hierbei wird die Asche des Verstorbenen nach einer Abschiedszeremonie von einem Heißluftballon aus in die Luft vertreut. Diese Beisetzungsart kann in Österreich, der Scheiz oder Frankreich durchgeführt werden, die Angehörigen können mitfliegen und die Asche in ruhigr Fahrt über einem großen Wald- oder Wiesengebiet ausstreuen.

Mausoleum

Ein Mausoleum ist ein sehr aufwendiges Gebäude, dessen Name sich von einem Grabmal eines kleinasiatischen Königs ableitet. Mausoleen wurden teils auf den Friedhöfen, teils als Anbauten an Kirchen, vermehrt aber auch auf dem privaten Grund und Boden errichtet. Mausoleen, teils auch zweigeschossig, folgen in der Regel dem Typ des Zentralbaues, allerdings gibt es auch kapellen- und tempelartige Mausoleen. Die Blütezeit der Grufthäuser und Mausoleen liegt im Barock bzw. im Klassizismus. Aus dieser Zeit stammen Architekturen mit ausgezeichnetem sepulkralem Bilderschmuck.

Memento mori

(lateinisch = Gedenke des Todes! Denke daran, dass du sterben musst!). Bezeichnet allgemein jede Art von Aufforderung, mitten im Leben die Vergänglichkeit und das eigene Ende zu bedenken, um daraus einen christlichen lebenswandel abzuleiten.

Nachruf

Sprachliche oder schriftlche Würdigung eines Verstorbenen, Prominente werden häufig auch in Form eines filmischen Nachrufes gewürdigt.

Nutzungsrecht (Grabstätte)

Das Nutzungsrecht für eine Grabstätte muss mindestens für die Dauer der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhefrist erworben werden. Je nach Grabart besteht die Möglichkeit das Nutzungsrecht nach Ablauf der Ruhefrist zu verlängern. Die Ruhefrist für die Grabstätte wird in der jeweiligen Friedhofssatzung festgelegt.

Obduktion

Der Begriff Obduktion kommt aus dem lateinischen und bedeutet "innere Leichenschau". Diese dient zur Feststellung des Todes und zur Rekonstruktion des Sterbevorgangs. Sie wird von Rechtsmedizinern, Anatomen und Phatologen durchgeführt. Einen Antrag auf Obduktion können Versicherungsgesellschaften, Ärzte und Angehörige stellen. Anordnen jedoch kann sie nur ein Staatsanwalt oder Richter, sofern ein Verbrehen oder eine andere unnatürliche Todesursache vermutet wird. Weitere Begriffe für die innere Leichenschau: Autopsie, Sektion.

qualifizierte Person

eine Person, die über die persönliche Eignung, eine anerkannte Ausbildung und berufliche Erfahrung verfügt, um umfassende Bestattungs-Dienstleistungen zu erbringen

Rechnungslegung

Aufstellung der eigenen und vermittelten Lieferungen und Leistungen mit den Preisen einschließlich Mehrwertsteuer, falls zutreffend, sowie der anfallenden Gebühren und Aufwendungen zusammen mit den Zahlungsbedingungen

Reihengrab

Das Reihengrab ist eine relativ moderne Erfindung und bedeutet, dass die Verstorbenen in der Reihnfolge ihres Ablebens der Reihe nach bestattet werden. Die Ruhefrist beträgt zwischen 15 und 40 Jahren. Es ist keine Verlängerung des Grabes möglich, da, sobald die Ruhefrist abgelaufen ist, das Grab eingestampft und neu belegt wird.

Ruhefrist (Grabstätte)

Die Ruhefrist ist der in der Friedhofssatzung festgelegte Zeitraum, in der eine Grabstätte nicht neu belegt werden darf. Das Nutzungsrecht für eine Grabstätte muss mindestends für die Dauer dieser vorgeschiebenen Ruhefrist erworben werden. Je nach Grabart besteht die Möglichkeit, das Nutzungsrecht nach Ablauf der Ruhefrist zu verlängern.

Sargträger

körperlich geeignete Personen für das Tragen des Sarges während Trauerfeiern oder Bestattungen

Scheintod

Als Scheintod (vita reducta, lateinisch: das reduzierte Leben) bezeichnet man einen Zustand, in welchem das Leben erloschen zu sein scheint, aber nicht wirklich und vollständig gewichen ist.

Schlussabrechnung

Gegenüberstellung des Rechnungsbetrages und der vereinnahmten Beträge aus Sterbegeld und Versicherungsleistungen sowie Berechnung des Guthaben- oder Schuldensaldos

Schmuckurne

Die Schmuckurne (auch als Überurne bezeichnet) nimmt die Aschenkapsel auf und wird zusammen mit dieser beigesetzt. Die Beisetzung im Erdreich erfordert ein vergängliches Material. Für die Beisetzung in überirdischen Kolumbarien werden auch Glas- oder hart gebrannte Tonurnen zugelassen. Regeln hierzu finden sich in Friedhofsordnungen.

Sechswochenamt

So nennt man die nach sechs Wochen oder dreißig Tagen gehaltene Seelenmesse.

Seebestattung

Die Seebestattung setzt eine Einäscherung des Verstorbenen voraus. Die Urne (vergängliche Seeurne) wird nach seemännischem Brauch außerhalb der Drei-Meilen-Zone in einem speziell hierfür vorgesehenen Gebiet dem Meer übergeben. Die Seebestattung setzt in einigen Bundesländern eine letztwillige Verfügung des/der Verstorbenen voraus. Diese muss handgeschrieben oder notariell den Wunsch des/der Verstorbenen dokumentieren.

Sektion

Auch Obduktion, siehe dort.

Sepulkralkultur

Die Sepulkralkultur umfasst alle kulturellen Erscheinungsformen des Todes, des Sterbens, Bestattens und Trauerns. Dazu gehören z.B. Riten, Grabmäler, Totenbrauchtum, Trauerreden etc.

Sterbegeld- gesetzliches

Ein gesetzliches Sterbegeld wurde bis 2003 unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Sterbegeldversicherung

Absicherung der Bestattungskosten in Form einer privaten Kapital-Risiko-Versicherung gegen Zahlung von laufenden Beiträgen oder Einmalbeträge. Es handelt sich um eine zweckgebundene Versicherung, die erst im Todesfall ausgezahlt wird. Niedrigere Beträge ermöglichen eine ausreichende Vorsorge für die Bestattungskosten.

Sterbesakramente

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Kommunion (Abendmahl), Eheschließung, Priesterweihe und letzte Ölung (Krankensalbung). Als Sterbesakramente gelten Beichte, Kommunion und Letzte Ölung, die auf einen guten Tod vorbereiten und denen der Kranke oder Sterbende versehen wird.

Sterbetalar

Sterbekleidung für die Verstorbenen.

Sterbeurkunde I

Dieses Dokument ist ein verkürzter Auszug der betreffenden Sterbebucheintraung (Abschrift aus dem Sterbebuch). Eine Ausfertigung für Amtswege ist nicht erforderlich.

Sterbeurkunde II

Sterbeurkunden werden von Standesämtern ausgestellt, nachdem ein Sterbeeintrag in das Sterberegister vorliegt. Sie sind am zuständigen Standesamt anzufordern, wo die zu beurkundene Person verstorben ist. EIne Sterbeurkunde enthält das Geburtsdatum, das Sterbedatum sowie die Sterbezeit und den Sterbeort. Falls der Ehepartner breits verstorben ist, wird dieser auch aufgeführt. Sterbeurkunden für religiose und Rentenzwecke sowie für Sozialversicherung sind gebührenfrei. Die erste weitere kostet 7 Euro, jede weitere 3,50 Euro.

Testament

Ein Testament (von lat. testamentum, dieses wiederum von lat. testari "bezeugen") ist eine Form der letzwilligen Verfügung eines Menschen.

Thanatologie

Thanatologie ist ein Kunstbegriff, der Thanatos (griechisch: Gott des Todes, Bruder des Hypnos) mit dem praktischen Begriff der Handhabung verbindet. Durch eine Einbalsamierung ist es für die Hinterbliebenen möglich, unbesorgt und in Ruhe vom Verstorbenen - auch am offenen Sarg - Abschied zunehmen.

Totengräber

Person, die für das sichere Öffnen und Schließen eines Grabes wesentliche Fähigkeiten besitzt und möglicherweise auch für die Handhabung von Särgen und menschlichen Überresten im Kontext einer Exhumierung kompetent ist

Totenmaske

Siehe Lebend- und Totenmaske.

Totenschein I

Die Abholung eines Verstorbenen darf erst dann erfolgen, wenn der Totenschein durch den Arzt ausgestellt wurde und eine natürliche Todesursache bescheinigt wurde.

Totenschein II

Nach gründlicher Untersuchung des unbekleideten Körpers eines Leichnams bescheinigt der untersuchende Arzt den Tod mit den Personalien des Verstorbenen sowie Zeit und Ort des Todes und der Todesart. Der Totenschein setzt sich aus dem grünen, nicht vertraulichen Teil und dem roten, vertraulichen Teil zusammen.

Totenwache

Die Totenwache ist ein wichtiges Abschiedsritual. Angehörige und Nachbarschaft versammeln sich um das Totenbett und verbringen die Zeit bis zur Beerdigung mit Beten, mit dem Vorlesen von Geschichten, mit Spielen, aber auch mit Essen und Trinken.

Transport

nationale oder internationale Überführung eines Verstorbenen über Straße, Bahn, See oder Luft, die zwischen dem Todeszeitpunkt und dem entgültigen Beisetzungsort notwendig ist, ausgenommen eingeäscherte Überreste

Trauer

Trauer ist ein psychologischer Prozess bei der Bewältigung von Krankheit, des Sterbens und insbesondere nach dem Tod eines geliebten Menschen, aber auch bei einem sonstigen schweren Verlust. Trauer ist ein Verhalten des Menschen zur Bewältigung seelischen Schmerzes. Eine Trauer verläuft gewöhnlich in bestimmten Trauerphasen.

Traueranzeige

Mit der Todesanzeige in der Zeitung wird der Tod des Verstorbenen öffentlich bekannt gegeben. Häufig wird eine Traueranzeige parallel zu einem Trauerbrief aufgesetzt, wobei in der Regel Trauerbrief und Traueranzeige textlich identisch sind. Die Anzeige sollte an dem Tag erscheinen, an dem auch die Trauerbriefe bei den angeschriebenen Personen eintreffen. Es sei denn, die Familie möchte nur einen ausgewählten Personenkreis an der Beerdigung teilnehmen lassen. Dann sollten die Briefe mit Angabe des Beisetzungstermines vorab verschickt werden.

Trauerbrief / karte

Der Trauerbrief ist eine persönliche Benachrichtigung über den Tod eines Menschen. Diese richtet sich an all diejenigen, die dem Verstorbenen auf irgendeine Art und Weise nahe standen. Ein Trauerbrief sollte den Namen des Verstorbenen (bei Frauen auch den Geburtsnamen), den Sterbetag, den Geurtstag oder das Alter, die letzte Anschrift bzw. die Anschrift der Angehörigen, Angaben zum Beisetzungsort und zur Trauerfeier sowie die Namen der Angehörigen entsprechend ihrem Verwandtschaftsgrad enthalten.

Trauerfeier

In der Trauerfeier wird das Leben des Verstorbenen gewürdigt. Ein geistlicher oder weltlicher Redner hält nach einem Vorgespräch mit den Angehörigen die Taruerrede. Zum Ritual einer Trauerfeier gehören u.a. Musik, Blumendekoration und feierlicher Kerzenschmuck. Trauerfeiern können in der Kirche, der Trauerhalle auf dem Friedhof oder in der Hauskapelle eines Besattungsunternehmen abgehalten werden.

Trauerfloristik

Die Blumen bei einer Trauerfeier sind Symbol einer letzten Ehrerbietung. Häufig werden die Lieblingsblumen des Verstorbenen ausgewählt. Gleichzeitig wird mit schönen Blumendekorationen der Moment des Abschieds festlich umrahmt. Je nach Bestattungsform können Blumen, Kränze, Sargdekorationen, Unrnenschmuck, Gestecke, Kirchendekoration oder auch Handsträuße und Blumenherzen in unterschiedlichen Farben und Größen ausgewählt werden.

Trauerhalle

spezielle Räume für die Durchführung einer Trauerfeier

Trauerphasen

Jede Trauer verläuft im allgemeinen in ganz bestimmten Trauerphasen. Die Länge dieser Phasen ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschieldich und manchmal wird auch eine Phase übrsprungen.

Trauerredner

Wenn der Verstorbene nicht konfessionell gebunden war, begleiten oft Trauerredner die Angehörigen bei einer weltlichen Trauerfeier, indem sie eine Trauerrede halten, die meistens nach einem gemeinsamen Gespräch mit den Angehörigen erstellt worden ist. Es gibt gelegentlich Trauerredner, die feste Mitarbeiter von Bestattungsinstituten sind. Die überwiegende Mehrheit der Trauerredner in Deutschland aber arbeitet freiberuflich.

Überführung

Im Unterschied zum » Kondukt oder zum » Leichenzug, womit der eigentliche Weg zum Grab bezeichnet wird, meint Überführung den Umstand, dass ein Verstorbener von einem ferneren Sterbeort in die Heimat überführt werden muss. An der Überführung nimmt die Öffentlichkeit nicht teil. Als Überführung wird auch der Transport des Sarges vom Sterbeort in die » Leichenhalle bezeichnet.

Umbettung

Verbringen der sterblichen Überreste von einem Bestattungsort zu einem anderen

Urne

Gefäß aus Metall zur Aufnahme der Asche nach der Kremierung (auch Aschekapsel). Die Urne ist notwendig zur Beisetzung der Asche, wenn nicht die Möglichkeit einer Verstreuung (siehe dort) besteht.

Urnenbeistezung

Urnenbeisetzung ist das Absenken der Urne in ein Erdgrab, die Übergabe einer an die See oder das Einstellen der Urne in ein Kolumbarium.

Urnengrab

Grabstelle, in der nur die Beisetzung von Urnen zugelassen wird.

Urnenhalle

Um den Unterschied zwischen Erd- und Feuerbestattung sichtbar werden zu lassen, übte man nach Wiedereinführung der Kremation die Freiaufstellung von Urnen oder ihre Aufstellung in Urnenhallen, auch Kolumbarien (nach dem lateinischen Wort für Taubenschlag) genannt, bzw. in Urnennischenwänden. Man errichtete nach den 1880er Jahren repräsentative Urnenhallen oder integrierte solche Anlagen in die Untergeschosse der Krematorien. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Urnenhallen jedoch kaum mehr errichtet, und die Urnen wurden analog zu Särgen unter der Erde beigesetzt.

Urnenschmuck

Auf die Urne gearbeitetes Blumengesteck.

Versorgung des Leichnamns

Alle Handlungen am Verstorbenen bezeichnet man als Versorgung des Leichnams oder Leichenpflege zum Beispiel das Waschen und Ankleiden des Verstorbenen.

Versorgungsraum

speziell für die Versorgung und Einbettung des Leichnams ausgestatteter Raum

Verstreuung

Die Verstreuung der Asche stellt eine alternative Bestattungsform dar. Es gibt zum einen Streuwiesen auf Friedhöfen, wie auch besondere Bereiche auf Almwiesen, auf See etc. bis hin zum Verstreuen der Asche aus einem Flugzeug oder Heißluftballon. Das Vertreuen der Asche ist in Deutschland nur dort gestattet, wo es ausdrücklich in den entsprechenden Vorschriften der Länder vorgesehen ist (siehe z.B. Luftbestattung).

Vorabinformation

Information über die Möglichkeiten der verschiedenen Bestattungsarten und deren Durchführung und Finanzierung

Vorsorge-Vorgespräch

Information über den Zweck und die Form der Bestattungsvorsorge

Weltraumbestattung

Diese Bestattung umfasst in der Regel den Abschuss eines symbolischen Teils der Asche. Es ist eine Feuerbestattung notwendig, nach der erfolgten Einäscherung wird ein kleiner Teil der Asche in eine spezielle Urne gefüllt, die zusammen mit anderen Urnen von einer Rakete in den Weltraum verbracht wird. Die restliche Asche des Verstorbenen wird konventionell beigesetzt. Da die Anzahl der Weltraummissionen begrenzt ist, kann es Wartefristen von mehreren Jahren geben. In der Regel aber findet jedes Jahr ein Start statt.

Wiederherstellungskosmetik

Maßnahmen zur Wiederherstellung lebensnahen Aussehens des Leichnams

zeitlich befristete konservierende Behandlung

Maßnahmen zur Hemmung von Zersetzungsprozessen